Neue Lerngruppe digital beginnen – 2

Schon länger hatte ich mir vorgenommen, ein Video für einen flipped classroom aufzunehmen. Die neue Gesellschaftsklasse im Jahrgang 7 hat mir jetzt die Gelegenheit gegeben, den Plan umzusetzen. „Wie liest man ein Klimadiagramm“? Angeregt von einem Gespräch mit Simon Straubel von @ivi-learning habe ich ein Video aufgenommen, zu dem Link einen QR-Code erstellt, ihn ausgedrückt und in den Klassenraum gehängt. Die Schüler können jetzt mit ihrem Smartphone zu dem QR-Code gehen, ihn scannen und sich das Video anschauen. Für leistungsstärkere Schüler ist das einmalige Anschauen ausreichend, aber ich habe auch sieben eher langsamere Schüler in der Klasse, die sich sicher das Video häufiger anschauen müssen, um die Informationen für das eigene Lesen anwenden zu können.

So sind Lernvideos im flipped classroom eine gute Möglichkeit, das Lernen zu differenzieren und auf die unterschiedlichen Lernmöglichkeiten der Schüler einzugehen. 

Neue Lerngruppe digital beginnen…

Donnerstag, dritte Stunde, die Klasse stürmt aus der Pause in den Klassenraum. Gesellschaft steht auf dem Stundenplan. Die ersten Schüler sehen die silbernen MacBooks in der Kiste und stürzen sich darauf. Jeder möchte eines abbekommen. Ich habe 20 Computer mitgebracht, fast für zwei Schüler einen. Sie legen gleich los. Im virtuellen Klassenzimmer anmelden, Klassenraum öffnen. 

Es werden sofort die Aufgaben aufgerufen, in dem man ein YouTube Video anschauen kann. Die Aufgabe wird gar nicht erst durchgelesen. Was ist eigentlich das Thema? Was soll man hier eigentlich tun mit dem Video? Was kann man hier lernen? Uninteressant. Hauptsache YouTube schauen. Sie vergessen ganz, dass auch Videos ein „Mittel zum Zweck“ sind, eine Informationsquelle neben dem Buch, dem Atlas und dem in den Lernstunden gesagten. 

Ich gehe davon aus, dass sich Schüler ihr Wissen selbst konstruieren, sich ein Wissensnetzwerk erarbeiten. Dieses Wissensnetzwerk sollte sich in ihren Aufzeichnungen widerspiegeln. Das, was gelernt und erfahren würde, u.a. durch Anschauen von YouTube Videos, sollte aufgeschrieben werden. Diesen Schritt vollziehen die Schüler von selber noch nicht. Hier bin ich als Lehrperson gefragt. Ich will mit den Schülern darüber sprechen, dass jeder Lernschritt einen Eintrag in das Heft, in das Lerntagebuch braucht. Wie ein Logbuch auf hoher See, in dem die Ereignisse des Tages eingetragen werden. 

Auch die Zeitplanung fällt den Schülern noch schwer. Sie verlieren sich im Aufgabenangebot des virtuellen Klassenräume. Ich habe dort die Aufgaben für drei Wochen hinterlegt. Damit kann jeder Lernende in seinem Tempo arbeiten. Aber es gibt eben auch nicht mehr die klassische Einheitsgeschwindigkeit im Lernen. Ich mache als Lehrperson keinen Druck. Das führt leider dazu, dass bei vielen Schülern die Lerngeschwindigkeit deutlich zurückgeht. 

Lernen mit digitalen Werkzeugen braucht die Steuerung durch die Lehrperson. Das Informationsangebot ist für viele Schüler sehr komplex. Den Vorteil in der Arbeit mit Videos sehe ich eindeutig in der besseren Anschaulichkeit vieler abstrakter Dinge. Sie passen sich deutlich besser den visuellen Sehgewohnheiten der jungen Menschen an. Aber das gesehen muss nachgearbeitet werden. Nur anschauen reicht nicht, das Gesehene muss auch in die jeweils eigene Wissenskonstruktion überführt werden. 

Wenn man eine neue Lerngruppe bekommt…

Neues Jahr, neue Lerngruppen. Ab dem neuen Jahr bekomme ich die 7d in Gesellschaft zugeteilt, drei Stunden Politik, Geografie und Sozialkunde. 

Was ist zuerst zu tun aus moderner digitaler Sicht? 

Handys auf den Tisch. Schluss mit dem Geklickere unter dem Schultisch. „Ich wollte nur nach der Uhrzeit sehen“, blöde Ausrede. Smartphones gehören zum Leben und Lernen dazu, aber richtig angewendet. Also gilt die Regel: Zwischen Klingeln und Klingeln der Stunde wird das Smartphone nur lernbezogen eingesetzt, und zwar offen und nicht versteckt. 

Ungläubiges Gegrunze unter den SchülerInnen. Ich will nicht kontrollieren, ich gebe Vertrauen. Ich vertraue darauf, dass sie in der Lernzeit zwischen den Klingeltönen ihr Smartphone nur für das Lernen einsetzen. Vertrauen gegen Vertrauen. Schließlich sollen sie sich auch youtube Videos im Unterricht anschauen können, das geht auch mit dem Smartphone. 

Welche Lernformen sind sehr beliebt in der Klasse? Portfolio? Noch nie gehört. Aber Partnerarbeit ist gerne genommen. In der siebten Klasse ist die soziale Komponente sehr wichtig. Stationenlernen ist eher unbeliebt. Da muss man ja alleine arbeiten. Ich mache eine Linienaufstellung zu verschiedenen Fragestellungen, um die Klasse und ihre Vorlieben kennen zu lernen. Wer sie gut findet, nach links, wer nichts davon hält, nach rechts.

Dann der Email-Check. Haben alle ihre Accounts für iServ? Wir benutzen an der Stadtteilschule Niendorf den Portalserver iSurf für die Organisation der Arbeit. Die Rundmails an die Klasse sollen auch alle erreichen. Morgen den Atlas mitbringen! Fünf SchülerInnen haben ihr Kennwort vergessen. Also Liste erstellen, Kennwort zurücksetzen und Neustart. Computerraum gebucht, mit allen Schülern rein und alle auf den Stand der digitalen Erreichbarkeit setzen. 

Und was mit denen, die alles schon klar haben? Anmelden bei der Lernplattform. Ich habe schon den Klassenraum „Gesellschaft 7d 16“ eingerichtet, die SchülerInnen melden sich mit dem Kennwort an, und können dann auf alle Aufgaben zugreifen. In Hamburg steht allen SChulen und den Universitäten die Lernplattform „schulcommsy“ kostenlos zur Verfügung. 

Alle Aufgaben stelle ich auf der Lernplattform im Klassenraum unter den Reiter „Aufgaben“. Gleichzeitig drücke ich die Aufgaben aus, lege sie analog in einen Ablagekasten. Ich arbeite digital und analog zugleich. Das beste aus beiden Welten. Die Aufgaben bekommen aber nicht mehr alle per Kopie, es gibt nur einige Kopien im Klassenraum zur Ansicht. Aufgaben kann man sich schließlich auch merken. 

Alle SchülerInnen können jetzt in ihrem eigenen Tempo lernen. Ich habe Aufgaben für die nächsten drei Wochen in die Lernplattform gestellt. Jetzt kann ich mich um die Inklusionskinder kümmern. Brauchen sie einfachere Aufgaben? Ja klar, einfachere Texte, mehr Hilfestellungen. Also füge ich den Aufgaben Tipps und Hilfestellungen hinzu, auch auf der Lernplattform. 

In jeder Doppelstunde buche ich 6 MacBooks für die Klasse. Die müssen herumgereicht werden. BYOD – ich fordere die SchülerInnen auf, ihre eigenen Geräte mitzubringen. Ich bin gespannt, wie weit sie es schaffen, eigenes Material in die Schule mitzubringen. Digitale Geräte dienen der Differenzierung. JedeR arbeitet so schnell er/sie kann. Die neuen Aufgaben stehen ja schon bereit. Digital und analog als Kopie. Ich habe zwei Computerexperten für die Klasse bestimmt. Die starten den Klassencomputer, eine MacMini, am Anfang der Stunde und holen die Funktastatur und -Maus aus dem Schrank. Ich melde mich beim Klassenraum Schulcommsy an und die aktuellen Aufgaben erscheinen auf der Leinwand. Jeder Schüler kann schauen, wie weit er/sie schon ist. 

Sind die ersten Lernergebnisse vorhanden, kommt das Wiki ins Spiel. Her werden alle Lernergebnisse gesammelt. Es geht um die Erde als Planet im Sonnensystem. Wie entstehen die unterschiedliche Tageslängen  im Sommer und im Winter, wie entstehen die Jahreszeiten? Wer diese Fragen herausbekommt, schreibt sie in das Klassenwiki. Das Wiki ist ein Plugin zu dem Klassenraum auf Schulcommsy. Das Wiki zeigt alle Ergebnisse des Lernens der Klasse. Das Wiki beginnt in der Regel mit einem Glossar, da viele Fachbegriffe gelernt werden müssen. Die Einträge können auch hier wieder differenziert erfolgen, entweder gleich in der Schule über die MacBooks, oder zu Hause über den eigenen Computer. 

Die schnell lernenden SchülerInnen sind frei, in ihrem Tempo zu arbeiten. Sie müssen nicht mehr warten, bis alle in der Klasse so weit sind. So wird niemand behindert. Wer mit einer Aufgabe fertig ist, holt sich die nächste. JedeR Schüler bekommt eine Aufgabenlisten zum Abhaken und zur Übersicht, wie weit man ist. 

In jeder Doppelstunde gibt es eine Klassen-Gesprächsrunde. Hier werden die Inhalte besprochen, vertieft und wiederholt. Nach einer Gesprächsrunde werden die Wissens-Tests geschrieben. Damit kann ich mir einen Überblick über den Lernfortschritt der Klasse verschaffen. Wer noch nicht so weit ist, kann den Test verschieben. 

Langsam werde ich Schweigezeiten beim Lernen einführen. Erst wenige Minuten, dann immer länger. In der siebten Klasse ist das souziale Miteinander wichtiger als das Lernen. Das ist ganz normal und nicht beunruhigendswert. Trotzdem können Schweigezeiten die Konzentration verbessern. In dieser Zeit darf nicht geredet werden, das gilt auch für mich als Lehrer. Das fordert auch von mir eine große Portion Konzentration, da nicht nur Schüler gerne reden, sondern auch Lehrer. 

Ich bin gespannt wie sich das Lernen in der neuen Gruppe entwickelt. 

exitingEDU – Kongress in Berlin am 3/4. Dezember

In der letzten Woche bin ich zum exitingEDU Kongress, organisiert von KlettMINT, nach Berlin gefahren. Der Kongress sollte ein Treffpunkt von Lehrenden sein, die schon mit digitalen Medien im Lernen arbeiten oder sich dafür interessieren. Für mich sind solche Kongresse immer ein Ort der Inspiration und Anregung, sowie der Kommunikation und des Austausches mit anderen, die in die gleiche digitale Richtung denken.

Aber nun zurück in Hamburg, was bleibt für den grauen Alltag in der Schule? Wieder zurück in die Nische, wie Torsten Larbig meint? (http://herrlarbig.de/2015/11/30/die-rufer-in-den-nischen-vorbemerkung-zum-excitingedu-lehrerkongress-am-3-4-12-in-berlin/)

In einem Workshop stellte Sebastian Schmidt sein Konzept des flipped classroom vor. Die Erfahrungen von Sebastian kommen aus dem Fach Mathematik (http://www.flippedmathe.de). Bei diesem Konzept sehen die Lernenden zu Hause ein Erklärvideo, die Übungphase wird dann in den Klassenraum verlegt, und der Lehrende hat viel Zeit, den SchülerInnen beim bearbeiten von Übungsaufgaben zu helfen. Ich könnte mir vorstellen, dieses Konzept auch auf meine gesellschaftswissenschaftlichen Fächer auszudehen. Außerdem gibt es viele Erklärvideos im Internet, die auch zu benutzen sind.

Dietmar Kück von der Stadtteilschule Oldenfelde in Hamburg erläuterte, wie man schülereigene Geräte in den Unterricht integriert. Die Schule führt ein BYOD bringyourowndevice Projekt  durch. Dabei haben die Lernenden ein eigenes digitales Gerät, das über W-LAN in das Schulnetzwerk eingebunden wird. Bei mir an der Stadtteilschule Niendorf haben wir eine gute Ausstattung mit eigenen MacBooks, aber trotzdem möchte ich meine SchülerInnen ermutigen, auch eigene Geräte mitzubringen. Sie haben dann eine gewohnte persönliche Arbeitsumgebung, die das Lernen sicher effizienter macht. (http://www.schulbyod.de)

Sehr anregend fand ich den Workshop von Monika Heusinger aus Saarbrücken, die die Möglichkeiten kooperativen und kolaborativen Lernens vorstellte. Sie zeigte viele Möglichkeiten, wie Lernende mit digitalen Tools gemeinsam arbeiten und Lernprodukte herstellen können. Sie widersprach damit der häufig geäußerten Kritik, dass digitale Medien zu einem vereinzelnden Lernen oder sogar zum „digitalen Autismus“ führt. Ich möchte nach diesen Anregungen mit meinen SchülerInnen das kollaborative Schreiben ausprobieren, gemeinsam einen „perfekten“ Text zur Analyse eines politischen Problems erstellen. (http://monika-heusinger.info/content/02-blog/76-excitingedu/ws.pdf)

Mehrere LehrerInnen aus Hamburg waren zum exitingEDU Kongress gekommen. Wir werden uns jetzt über den Twitter hashtag „#digihh“ vernetzen und uns Anfang nächsten Jahres auch ganz analog treffen.

Es warten also viele neue Aufgaben auf mich. Also die Ärmel aufkrempeln und los…

Lernstationen Geschichte: Vom Kriegsende bis zur Gründung zweier Deutscher Staaten

Ich möchte heute meine Lernstationen für den Jahrgang 10 einer Gesamtschule hier als OER zur Verfügung stellen.

Die Stationen können die SchülerInnen selbständig bearbeiten. Sie benötigen aber z.T. auch einen Computer und Internetanschluss. Die Lehrperson kann sich voll auf die individuelle Unterstützung bei der Arbeit konzentrieren sowie auch Diskussionen zum Thema anregen.

Ich habe parallel ein Wiki geführt, in dem die wesentlichen Inhalte festgehalten wurden.

Über Rückmeldung würde ich mich freuen.

Gründung 2er dt. Staaten Stationen

Gesellschaftstheorien

Mit dem angekündigten OER-Festival im Februar kommt wieder etwas mehr Dynamik in die OER-Diskussion.

http://open-educational-resources.de/16/

Im Zuge dessen möchte ich hier meine letzten Lernpläne veröffentlichen und zur Verfügung stellen, zur Ergänzung, Kritik, Weiterverwendung und gerne auch zur konstruktiven Resonanz. Die hier hochgeladenen Pläne beziehen sich auf das Thema „Gesellschaftstheorien“, das 2016 in Hamburg Abiturthema im Fach Politik-Gesellschaft-Wirtschaft ist (vielleicht auch in anderen Bundesländern).

Ich versuche meinen Schülern immer wieder deutlich zu machen, dass ein Lernen mit den Lernplänen auch ohne meine Anwesenheit als Lehrer im Klassenraum möglich sein sollte. Es ist ja eigentlich mein Ziel, mich überflüssig zu machen. Abitur bedeutet ja Studierfähigkeit, die ein hohes Maß an Selbstlernkompetenz beinhalten sollte.

Die Materialbezüge sind natürlich auf das gängige Schulbuch in Hamburg bezogen („Sozialkunde“), ich glaube aber, dass sich ähnliche Texte in allen Schulbüchern der Länder wiederfinden. Vielfach habe ich ja auch auf Zeitungstexte, die im Internet verfügbar sind, zurückgegriffen.

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

AP1 Begriffe AP2+3 Statistiken AP8 Strukturwandel AP7 Erlebnisgesellschaft AP6 Risikogesellschaft AP5 Ende des Sozialstaats?l AP3 Soziale Ungleichheit

MOOCs in der Schule?

Die werkstatt.bpb hat in den Sommerwochen sich mit dem Thema „MOOCs“ beschäftigt.

https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/211475/fazit-moocs-und-e-learning-2-0

Ich probiere ja schon seit längeren aus, wie man in der Schule selbstständige Lernformen und selbstwirksameres Lernen fördern kann. Und frage mich auch, ob MOOCs dabei helfen können.

MOOCs kommen ja aus dem universitären Bereich und ermöglichen durch verschiedene Internetressourcen die Teilnahme an Onlinekursen von außerhalb der Universität. Sie sind offen für jeden und verlangen eine hohe Eigenmotivation, um sie durchzuhalten.

Schule scheint das Gegenteil davon zu sein. Schule ist ja gar nicht offen: Die Lernenden sind in Klassen, Stundenpläne, Kurse, Fächer und Inhalte hineingesetzt, ohne selbst etwas bestimmen zu können. Diese Fremdbestimmung prägt die Lernkultur in der Schule. Wie kann man da etwas öffnen?

Vielleicht geben Online-Kurse ja die Möglichkeit, das Lernen in der Schule etwas selbstbestimmter und selbstwirksamer zu machen. Es ist  ja mittlerweile allseits anerkannt, dass sich Können und Wissen nachhaltiger bildet, wenn es selbstbestimmt erarbeitet wurde.

Ich versuche den Lernenden in „Lernplänen“ einen Überblick über ihre Lernmöglichkeiten zur Erarbeitung eines Thema zu geben. LehrerInnen nennen das meist „Unterrichtseinheiten“. Die Lernenden können dann in ihrem eigenen Rhythmus und Tempo die Lernaufgaben bearbeiten, wann und wo sie wollen. Das kann in den Lernstunden in der Schule sein, in den Studienzeiten im Stundenplan, zu Hause oder im Park. Die Lernpläne enthalten Einzelaufgaben, Partner- und Gruppenaufgaben, Puzzleaufgaben und Kreativaufgaben sowie Aufgaben zum Füllen unseres wikis und zu Diskussionen im blog. Mein Job als Lehrender ist es, für die vielfältigen Zugänge und Lernmöglichkeiten zu sorgen, Diskussionen anzuregen, Wiederholungen und Vertiefungen zu organisieren.

Ich arbeite zweigleisig: analog und digital. Die Lernpläne bekommen die SchülerInnen ausgedruckt, sie stehen auch auf der Lernplattform der Klasse. Das erarbeitete Wissen wird im Themenwiki gesammelt und Diskussionen finden im Klassenblog statt. Die Aufgaben aus den Lernplänen werden zu Hause und auch in den Lernstunden in der Schule bearbeitet. Klassische „Hausaufgaben“ erteile ich nicht mehr. Der Schwerpunkt in den Lernstunden in der Schule liegt auf dem Verarbeiten, Diskutieren, Vertiefen sowie auch das Überprüfen der Lerninhalte. Dabei spielen kooperative Lernformen eine große Rolle. Interessant wäre eine Ausweitung der Diskussionen über den Klassenraum hinaus zu anderen SchülerInnen und Schulen.

Meine SchülerInnen springen auf die Möglichkeiten des digitalen Lernens noch nicht so richtig auf. Für sie ist das schön geschriebene Heft mit den eigenen Inhalten wichtiger als eine kollektive Sammlung wie in einem Wiki. Vielleicht ist es das unbewusste Gefühl, was man im eigenen Heft geschrieben hat, besitzt man wirklich selbst. Wahrscheinlich spielt die jahrelange analoge Lernsozialisation auch eine große Rolle. Das digitale Gerät, was alle benutzen, ist das Handy. Damit werden Buchseiten abfotografiert, damit man nicht das schwere Buch mit nach Hause schleppen muss. Wenn es Handy-Apps für meine Wikiseiten gäbe, würden sie sicher mehr genutzt werden.

Wie könnten also die Perspektiven an der Schule aussehen:

  1. Die Lernbausteine einer Unterrichtseinheit werden online zur Verfügung gestellt. Dabei kann man entscheiden, ob sie nur der eigenen Lerngruppe, der Schule oder im www verfügbar ist.
  2. Der Kurs hat einen Anfang und ein Ende. Er wird durch die Lernperson begleitet, kann aber auch nach den Kursterminen selbstständig wiederholt werden. Das kann für Lernende, die krank sind, wichtig sein. Aber auch für SchülerInnen, die mal einen „Hänger“ haben, gibt es die Möglichkeit, Inhalte nachzuarbeiten.
  3. Man kann andere Klassen der eigenen oder anderer Schulen zu Diskussionen einladen. Diese Diskussionen können über einen Blog geführt werden und müssen nicht unbedingt in Echtzeit stattfinden.
  4. Es werden Zwischentests und andere Lernnachweise erstellt.

Mein Fazit bis hierher:

Elemente aus MOOCs könnten das schulische Lernen ergänzen und bereichern:

  • Das Öffnen, d.h. das zur Verfügungstellen aller Lernmaterialien und Aufgaben online. Ein „ich habe das Arbeitsblatt nicht gekriegt“ gehört der Vergangenheit an. Das gibt den SchülerInnen auch mehr Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess.
  • Das Online Arbeiten ist eine Ergänzung und Erweiterung der Möglichkeiten des klassischen analogen Lernens im Klassenraum. Das gibt besonders SchülerInnen, die sich ungern an Klassengesprächen beteiligen, einen Teilnahmekanal.
  • Die Demokratisierung: Durch das Onlinestellen aller Lernmaterialien verringert sich die Abhängigkeit der SchülerInnen von der jeweiligen Lehrperson. Trotzdem bleibt die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden ein wichtiger Faktor für erfolgreiches Lernen. Monika Heusinger weist auf die Bedeutung der Lernautonomie hin.

Ich freue mich auf spannende Diskussionen

Hier noch einige weiterführende Links:
bit.ly/moocis13 Hashtag: #MOOCiS http://monika-heusinger.info/blog/moocs

Europaprojekt

Back to school. Während die südlichen Bundesländern noch im Ferienmodus schlummern, sind wir im Norden wieder zurück in den Schulräumen.

Meine Begeisterung für Projekte möchte ich gleich am Schuljahresanfang ausleben: mit einem Europaprojekt. Nur acht Monate vor dem Eintritt in die Prüfungsphase des Abiturs im Jahrgang 13 ist es vielleicht gewagt, nicht alle Zeitressourcen auf die Prüfungsvorbereitung zu legen. Aber für mich liegt darin der Reiz, ein Projekt zu gestalten, dass einerseits die Freiheit beinhaltet, die Schwerpunkte selbst zu legen, auf der anderen Seite auch Bildungsplanthemen mit abzudecken.

Es geht bei diesem Projekt darum, die Lebensbedingungen von jungen Menschen in Europa zu erkunden. Dabei wählen sich die SchülerInnen zwei europäische Länder aus und vergleichen die Lebensbedingungen. Wir erhalten so in der Klasse einen kleinen Überblick über die verschiedenen Länder Europas.

Folgende Kompetenzen können die SchülerInnen anwenden und üben:

  • eine sozialwissenschaftliche Analyse nach Kriterien durchführen
  • Ergebnisse dieser Analyse vergleichen anhand zweier Länder
  • Kartenerstellung
  • Szenarien erstellen

Das Projekt soll in einem Science Café münden, in dem die Ergebnisse mir externen Experten diskutiert werden. Dabei können die SchülerInnen lernen, eine eigene Veranstaltung zu planen und durchzuführen (http://juniorsciencecafe.de/).

Vielleicht gibt die Projektausschreibung Anregungen für eigenen Projekte.

Guten Schuljahrs-Start

Europaprojekt Auftragsblatt

Globale Probleme: Der Hunger in der Welt

Ich habe mich mit meinen SchülerInnen er 12. Klasse im Fach Geografie im letzten Semester mit dem Problem des Hungers in der Welt auseinandergesetzt. Ich habe mich an dem Unterrichtskonzept „Globales Lernen – Hunger durch Wohlstand“ orientiert. (Download hier: http://www.globales-lernen.de/).

Ich möchte hier meine Arbeitsmaterialien zur Verfügung stellen, damit andere damit weiter arbeiten können. Die von mir erstellten Dateien (mit meinem Namen in der Fußzeile) stehen unter der CC Lizenz 3 SA -BY und können damit weiterverwendet und verändert werden. Bei den anderen Dateien muss die Copyright Regelung einzeln geprüft werden.

Ich habe die Ebenen:

  • Was ist Hunger, Definitionen
  • Wie schlimm ist der Hunger, Statistiken und Diagramme, Welthungerindex
  • Ursachen für Hunger, exemplarisch: Biosprit, Fleischkonsum und Klimawandel
  • Was kann man gegen den Hunger tun?
  • eigene Kartografie
  • Film „We feed the world“ von Erwin Wagendörfer (http://www.we-feed-the-world.at/)

bearbeitet. Am Ende haben wir in unserer Fußgängerzone einen Vormittag lang einen Inforstand aufgebaut, in der die SchüerInnen versuchen sollten, mit Passanten ins Gespräch zu kommen.

Ich wünsche viel Erfolg bei eigenen Lernvorhaben.

Wiki: http://www.schulcommsy.de/wikis/276082/4466859/Main/GlobaleProbleme

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