Quelle: Verbote als Irrweg: Webzugang in Prüfungen
Interessanter Artikel zu der Diskussion, wie weit die Digitalisierung Prüfungen verändern – werden oder sollen.
Quelle: Verbote als Irrweg: Webzugang in Prüfungen
Interessanter Artikel zu der Diskussion, wie weit die Digitalisierung Prüfungen verändern – werden oder sollen.
Back to school. Während die südlichen Bundesländern noch im Ferienmodus schlummern, sind wir im Norden wieder zurück in den Schulräumen.
Meine Begeisterung für Projekte möchte ich gleich am Schuljahresanfang ausleben: mit einem Europaprojekt. Nur acht Monate vor dem Eintritt in die Prüfungsphase des Abiturs im Jahrgang 13 ist es vielleicht gewagt, nicht alle Zeitressourcen auf die Prüfungsvorbereitung zu legen. Aber für mich liegt darin der Reiz, ein Projekt zu gestalten, dass einerseits die Freiheit beinhaltet, die Schwerpunkte selbst zu legen, auf der anderen Seite auch Bildungsplanthemen mit abzudecken.
Es geht bei diesem Projekt darum, die Lebensbedingungen von jungen Menschen in Europa zu erkunden. Dabei wählen sich die SchülerInnen zwei europäische Länder aus und vergleichen die Lebensbedingungen. Wir erhalten so in der Klasse einen kleinen Überblick über die verschiedenen Länder Europas.
Folgende Kompetenzen können die SchülerInnen anwenden und üben:
Das Projekt soll in einem Science Café münden, in dem die Ergebnisse mir externen Experten diskutiert werden. Dabei können die SchülerInnen lernen, eine eigene Veranstaltung zu planen und durchzuführen (http://juniorsciencecafe.de/).
Vielleicht gibt die Projektausschreibung Anregungen für eigenen Projekte.
Guten Schuljahrs-Start
Ich habe mich mit meinen SchülerInnen er 12. Klasse im Fach Geografie im letzten Semester mit dem Problem des Hungers in der Welt auseinandergesetzt. Ich habe mich an dem Unterrichtskonzept „Globales Lernen – Hunger durch Wohlstand“ orientiert. (Download hier: http://www.globales-lernen.de/).
Ich möchte hier meine Arbeitsmaterialien zur Verfügung stellen, damit andere damit weiter arbeiten können. Die von mir erstellten Dateien (mit meinem Namen in der Fußzeile) stehen unter der CC Lizenz 3 SA -BY und können damit weiterverwendet und verändert werden. Bei den anderen Dateien muss die Copyright Regelung einzeln geprüft werden.
Ich habe die Ebenen:
bearbeitet. Am Ende haben wir in unserer Fußgängerzone einen Vormittag lang einen Inforstand aufgebaut, in der die SchüerInnen versuchen sollten, mit Passanten ins Gespräch zu kommen.
Ich wünsche viel Erfolg bei eigenen Lernvorhaben.
Wiki: http://www.schulcommsy.de/wikis/276082/4466859/Main/GlobaleProbleme
2015_Brennpunkt_Baumwolle_Textilherstellung_WHH_Schoeninger Brennpunkt_Nr.28__Biokraftstoff Hunger-Factsheet-Welthungerhilfe-2014 Inforstand Hunger in der Welt Neue Strategien gegen Hunger und Unterernährung | Hunger im Überfluss | Aktuell | fluter.de Organisationen gegen den Hunger Thesen zur Bekämpfung des Hungers Ursachen Hunger AGs Welthunger-Index_2014_web Welthungerindex Wirkungsgeflecht Hunger Klausur Hunger 15
Am 24. Juni fand in Berlin ein Netzwerktreffen der werkstatt.bpb zum Thema „Kultur des Teilens“ im politischen Lernen statt. Es wurde der Frage nachgegangen, mit welchen Aktionen das digitale Arbeiten unter Lehrern und politischen Bildungsstätten gefördert werden kann und wie es erreicht werden kann, eine Kultur des Teilens zu etablieren. Und was wird gebraucht, damit sich eine Kultur des Teilens entwickeln kann?
Das digitale Arbeiten erleichtert das Austauschen von Bildungsmaterialien, von Arbeitsblättern, Aufgabenformulierungen, Übungen, Überprüfungstests usw. Daraus müsste sich doch ein großer kreativer Mehrwert ergeben, ein Push an vielfältigen Anregungen und Impulsen? Eine Weiterentwicklung des eigenen pädagogischen Handelns durch neue unterschiedliche Sichtweisen könnte möglich werden. Und eine Arbeitserleichterung bietet ein breiteres Angebot an freien Bildungsmaterialien.
Warum kommt es in der Praxis nicht dazu – und was müsste man tun, um es zu erreichen.
Die vielen MINT-Initiativen haben es vorgemacht. Viele gute Websites sind entstanden, vielfältige Unterstützungsangebote für Lehrer, unzählige gute Arbeitsmaterialien, Möglichkeiten des Austausches. Durch einen großen Geldeinsatz von Industrie und Staat wurde der Technikmüdigkeit und dem drohenden Facharbeitermangel der Kampf angesagt.
Brauchen wir in der politischen Bildung nicht eine ähnliche Kraftanstrengung? Droht nicht auch bei jungen Leuten eine Politikmüdigkeit? Ist politisches Engagement und Beteiligung in Zeiten der Selbstoptimierung überhaupt noch angesagt? Sind Wahlbeteiligungsquoten von 23% der 16-18jährigen bei der letzten Hamburger Wahl nicht ein Alarmsignal?
Die werkstatt.bpb.de möchte die Entwicklungsmöglichkeiten ausloten, die sich durch das Teilen von Material und Erfahrung im Internet ergeben. Ich hoffe, dass sie den Prozess zu mehr Kooperation moderieren kann. Welche Hemmnisse im Wege stehen, hat Phillipe Wampfler aus der Schweiz im März auf seinem Blog gut dargestellt (http://schulesocialmedia.com/2015/03/29/warum-teilen-lehrkrafte-ihre-materialien-nicht/).
Man sollte immer bei sich selber anfangen. Und so werde ich die letzten Tage des Schuljahres nutzen, die Materialien und Erfahrungen des letzten Schuljahres hier einstellen. Ich werden sie dann mit Edutags mit Schlagworten versehen, so dass sie dort gefunden werden können (http://www.edutags.de). Und ich werde meine Politik und Gesellschafts-KollegInnen auffordern, das gleiche zu tun. Vielleicht ist das ja ein Anfang.
(Das Bild stammt aus der tollen Installation „Gehorsam“ von Sasia Boddeke und Peter Greenaway im Jüdischen Museum in Berlin, wer die Gelegenheit hat, sollte sie dringend anschauen, http://www.jmberlin.de/gehorsam
Ich habe hier vor zwei Wochen berichtet, dass ich eine Politikklausur in der 12. Klasse versuchsweise am Computer schreiben lies. Es war möglich, das Internet und damit auch unser Klassenwiki, in dem die Schüler die Lerninhalte der Einheiten sammeln. Ihnen stand also die gesamte Unterstützungspalette des Internets zur Verfügung. Die Klausur war von der Aufgabenstellung her nicht auf Wissenswiedergabe hin ausgelegt, sondern es waren die Kompetenzbereiche:
Bei dieser Aufgabenstellung findet man natürlich keine direkt anwendbare Wissensbausteine, die man kopieren könnte. So war sicherlich die Zugriffsmöglichkeit auf das klasseneigene Wiki inhaltlich die größte Hilfe.
Ich habe jetzt die Schüler mit einem Fragebogen zu ihrem Eindruck dieser Form der Leistungsüberprüfung befragt. Überraschend war, dass die Gesamteinschätzung sehr verteilt war, von „super“ bis „mangelhaft“. Die Hälfte der befragten SchülerInnen (von 18) gab dem Vorhaben die Note „befriedigend“. Hier die Ergebnisse im einzelnen:
| Wie bewertest du insgesamt die Möglichkeit, Klausuren mit dem Computer zu schreiben? | 1 2 3 4 5 6
2 4 9 2 1 |
Deutlich positiver wurde die Möglichkeit bewertet, im Klassenwiki zu recherchieren. Einige SchülerInnen meinten, sie würden bei Texten am Computer schneller den Überblick verlieren. Ich hätte eigentlich das Gegenteil vermutet, da ein nachträgliches Umstrukturieren möglich ist, ohne wie in handschriftlichen Texten wild zu streichen und mit Anhängen zu arbeiten. Nur 9 SchülerInnen (50%) haben von dieser Umstrukturierungsmöglichkeit gebrauch gemacht.
Auch bei der Frage, ob das Schreiben mit Tastatur leichter ist als mit der Hand, ist die Meinung zweigeteilt. 7 sagten ja, 6 nein, den anderen bedeutete es keinen Unterschied.
Für mich war überraschend, dass trotz Rechtschreibkorrektur und Grammatikhilfe von WORD die Hälfte der SchülerInnen eine schlechte Rechtschreibleistung gezeigt haben. Es waren die gleichen, die auch sonst große Probleme mit der Rechtschreibung haben. Es macht mich etwas ratlos, wenn dabei nicht einmal die Rechtschreibkorrektur hilft. Es haben auch nur 10 SchülerInnen gesagt, dass ihnen die Rechtschreibkorrektur geholfen hat.
Klausuren mit Internetzugang bieten ja auch die Möglichkeit, gezielt Spickzettel zu deponieren und die Klausurvorbereitung dabei zu benutzen. Dabei stellt sich natürlich die Frage nach der Gerechtigkeit (ich glaube zwar, dass wir in der Schule immer eine Scheingerechtigkeit produzieren, aber das ist eine andere Frage). Aber immerhin 6 SchülerInnen (33%) finden das ungerecht.
Für mich ergibt die Schülerbefragung ein gemischtes Ergebnis. Klausuren am Computer mit Internetunterstützung wären nicht der große didaktische Wurf, man müsste den Mehrwert noch mal genauer erforschen. Ich sehe auch die Gefahr, dass sich die Schüler dann weniger auf Klausuren vorbereiten und lernen, weil die Internetmöglichkeit ja suggeriert, man könne alles während der Arbeit nachlesen.
Voraussetzung für ein erfolgreiches Klausurenschreiben am Computer ist sicherlich die Fähigkeit, mit 10 Fingern tippen zu können. Ich denke, das sollte zum Kanon der von der Schule zu vermittelnden Kulturtechniken gehören, um in einer digitalen Gesellschaft gut klarzukommen.
Am Sonnabend habe ich auf dem Educamp Stuttgart die Session „Lernprodukte erstellen“ angeboten. Der Raum im Literaturhaus war rappelvoll, was mich sehr gefreut hat. Ich habe diese Session angeboten, weil ich mich im letzten halben Jahr gefragt habe, was die Diskussion um open education ressources OER eigentlich den Schulen bringt – an Unterrichtsmaterial mangelt es uns doch nicht.
In meinen Recherchen und Überlegungen bin ich darauf gestoßen, dass die Chancen für OER an der Schule auch in einer erweiterten Lernkultur liegen: Lernprodukte werden erstellt – geteilt – verändert – wieder veröffentlicht. Ich habe in die Runde der Session gefragt, welche Möglichkeiten digitale Ressourcen bieten, diese Kultur zu entwickeln.
Die Wertschätzung der Produkte der Schüler ist für mich ein zentrales Ziel, diese Diskussion aufzunehmen. Sehr häufig arbeiten die Schüler nur für die Note, die in das rote Büchlein des Lehrenden eingetragen wird, und dann hat die Arbeit des Schülers ausgedient und wandert in den Papiermüll. Ich glaube, dass täglich so viele tolle Produkte von Schülern hergestellt werden, dass sie mehr gewertschätzt und von anderen Schülern weiterverwendet werden können.
Das setzt natürlich auch eine andere Fehlerkultur voraus. Das Unperfekte – das Objekt allen Lernens – gibt die Chance, es zu verbessern und in diesem Verbesserungsprozess weiter zu lernen. Nach meiner Wahrnehmung leiden die Schüler sehr darunter, dass sie viel zu häufig die Rückmeldung „nicht gut“ (also alle Noten unterhalb von ‚2‘) bekommen. Wir Lehrende sollten sie ermutigen, ihr bestes zu geben, aber nicht das Perfekte zu erwarten, und wir sollten es auch nicht erwarten. Zwischen ‚falsch‘ und ’noch nicht perfekt‘ gibt es einen Unterschied. Die Lehrenden sollten natürlich darauf achten, dass sachlich falsches nicht unkomentiert stehen bleibt, aber sie sollten in dem ’noch nicht Perfekten‘ die Chancen sehen, weiter daran zu lernen und die Schüler in diesem Sinne zu ermutigen.
Es wurde in der Session deutlich, dass das Erstellen und Veröffentlichen von Lernprodukten überhaupt nicht neu ist. Auch schon im analogen Zeitalter wurden Lesetagebücher, Lyrikheftchen, Kunstmappen usw. gedruckt und veröffentlicht. Bei Montessori und Freinet war das Produzieren schon vor vielen Jahrzehnten eine zentrale Idee ihrer Pädagogik. Im Internet-Zeitalter wird das Veröffentlichen und Verbreiten deutlich leichter. Uns stehen heute vielfältige Tools und Plattformen zur Verfügung, um Lernprodukte herzustellen: Neben den klassischen Texten können Videos, Podcasts einfach mit dem Smartphone aufgenommen werden. Blogeinträge ermöglichen eine leichte Kommunikation über den Klassenraum hinaus.
Wo veröffentlicht wird, hängt von der jeweiligen Situation der Lerngruppe ab. Die erste Stufe ist die Veröffentlichung in der Klasse, Texte, Videos usw. werden ausgetauscht, kommentiert und verbessert. Die nächste Stufe könnte der Austausch unter Parallelklassen sein um zu schauen, was die anderen zu einem Thema machen. Lernprodukte können auch den folgenden Jahrgängen zur Verfügung gestellt werden, wenn diese im nächsten Schuljahr zu dem gleichen Thema arbeiten. Lernprodukte können auch auf der Schulhomepage veröffentlicht werden, Eltern und Lehrer können sich ein Bild über die Lernarbeit in den Klassen machen. Und zuletzt gibt es natürlich auch die Möglichkeit, im www weltweit zu veröffentlichen. In youtube können Videos auch im Privatmodus veröffentlicht werden, so dass nur diejenigen das Video sehen können, die den Link haben.
Fördern wir durch die Veröffentlichung von Lernprodukten nicht die schon leidlich vorhandene ‚copy and paste‘-Kultur? Ich denke nicht, wenn wir bewusst mit den Möglichkeiten umgehen. Wie bei allen Möglichkeiten bietet auch das Veröffentlichen Chancen und Gefahren. Aber eine Lernkultur zeichnet sich dadurch aus, dass man die Möglichkeiten und Chancen nutzt, und die Gefahren minimiert. Etwas nicht zu tun aus Angst vor ‚copy and paste‘ hieße, Chancen zu verpassen. So wäre die Entwicklung einer ’no-copy and paste-Kultur‘ an der Schule eine wichtige Lernaufgaben. Der Umgang mit dem Urheberrecht kann dabei gelernt werden. Aber aus dem Angst vor dem Urheberrecht, die gerne immer wieder beschworen wird, sollten wir und und unsere Schüler nicht von kreativen Veröffentlichungen abhalten lassen.
Die Wertschätzung der Leistungen der Schüler über die Noten hinaus ist ein wichtiger Treibstoff für das Lernen – das wurde von allen Teilgebern in der Session in Stuttgart unterstützt.
Vielen Dank für die engagierte Diskussion
Hier noch ein paar Beispiele
Konfliktanalysen Schüler 12MW Semesterprojekt St. Georg
Beispiele von Thorsten Larbig: http://herrlarbig.de/2011/11/07/faust-der-tragodie-1-teil-als-rap-text-schulerarbeit/ … und http://herrlarbig.de/2012/06/12/schulerarbeiten-zu-theodor-fontanes-irrungen-wirrungen/ …
Eine Diskussion in der Schulklasse strukturiert durchzuführen, ist eine große Aufgabe für die Schüler wie auch für einen moderierenden Lehrer. Ich habe in der letzten Woche ausprobiert, die Diskussion visuell mit etherpad.org zu strukturieren.
Etherpad ist eine open source app, mit der verschiedene Nutzer gleichzeitig auf einem gemeinsamen pad schreiben können. Die Beiträge der verschiedenen Autoren wird mit unterschiedlichen Farben kenntlich gemacht.
Ich habe mit meiner Klasse die schwierige Diskussion, ob Integration in Deutschland gelingen kann oder gescheitert ist, begonnen – eine kontroverse und vielschichtige Diskussion. Vorangegangen war ein Besuch in Berlin Kreuzberg und Neu Kölln und eine Beschäftigung mit Gentrifizierung und Segregation.
Ich habe ein Etherpad vorbereitet: Ich konnte Fragen und Überschriften vorher setzen und über den Klassenbeamer das Etherpad für alle sichtbar machen. Die Schüler hatten zu zweit einen Laptop. Jeder Diskussionsbeitrag sollte kurz anschließend ins Etherpad eingetragen werden.
Die Diskussion war natürlich am Anfang viel langsamer als gewohnt, weil alle sich erst einmal mit der Technik des Diskutieren, Schreibens und Lesens vertraut machen mussten. Aber der Vorteil wurde schnell deutlich: Die vorgetragenen Argumente konnten nachgelesen werden. So war es den Schülern viel leichter möglich, auf die vorher genannten Argumente einzugehen. Auch wurde diskutiert, ob der Beitrag an der eingetragenen Stelle wirklich passt und logisch richtig ist, oder ob er nicht an einen anderen Ort verschoben werden sollte.
Durch die visuelle Protokollierung konnte sich die Diskussion sehr strukturiert entwickeln. Es wurde den Schülern zum ersten Mal möglich, wirklich Argumentationsketten zu erstellen. Auch stillere Schüler konnten ohne eine mündliche Äußerung einen Beitrag leisten, eben über die Tastatur auf das Etherpad. So konnten auch diejenigen, die sonst nie oder selten trauen, ihren Beitrag schriftlich leisten.
Am Schluss der Diskussion hatten wir alle ein Protokoll der Diskussion und konnten die Argumentation noch einmal Revue passieren lassen. Wir konnten analysieren, wo die Diskussion ihre Stärken und Schwächen hatte.
Ich werden jetzt bei Diskussionen öfter ein Ehterpad einsetzen. Die Möglichkeiten zur vorherigen Strukturierung einer Diskussion und die parallele Protokollierung der Argumente ist schon eine deutliche Erweiterung der Diskussionskultur. Am Anfang braucht es sicher etwas mehr Zeit, der Mehrwert in einem Diskussionsprotokoll und einer leichteren Strukurierung sind es wert.
Der Anschlag in Paris als Anschlag nicht nur auf die Getöteten, sondern auch auf den Wert der Meinungsfreiheit, muss natürlich Thema im Politik und Gesellschaftsunterricht sein. Kann er aber auch Gegenstand einer Klausur sein?
Ich will es mal versuchen, ob den SchülerInnen eine Analyse einer Karikatur und die Stellungnahme zu AfD und Pegida Äußerungen und dem Aufruf von Innenminister de Meziere gelingt. Ich werde berichten.
Auf dem letzten edchat.de wurde über Rückmeldeformate diskutiert. Ich stelle jetzt wie versprochen von mir erstellte Rückmeldebögen zur Verfügung. Ich hoffe, dass inspirieren und anregen. Über eine Rückmeldung wäre ich natürlich sehr dankbar.
Rück Grafikerstellung KompRast mündliche Beiträge KR Selbststeuerung GES Rückmeldung Kartenerstellung Rückmeldung Podiumsdiskussion Rück Raumanalyse Plattentektonik Rück FachtexteGeo Stellungnehmen Checkliste Bewertung_PGW Rück Forschungsarbeit Geo11 Rück Semesterprojekt 3 Vers.3 Rückmeldung AnalysfähigkeitFeedback PGW PGW Kompetenzen
Das Arbeiten mit Forschungsplänen finde ich zunehmend eine gute Möglichkeit, einen kompromiss zwischen individualisierten Lernen, das jedem Lernenden eine eigene Geschwindigkeit und Schwerpunktsetzung zu ermöglichen, und andererseits Orientierung und klare Instruktionen durch Aufgaben zu geben. Ich versuche alle relevanten Informationen in den Lernplaner zu schreiben, damit ich möglichst wenig Zeit mit frontalen Ansagen, die oft nur die Hälfte der Klasse mitbekommt, zu verbringen. Wenn Schüler zu Müde sind zuzuhören (was in der ersten Stunde leider sehr häufig vorkommt), dann kann ich ihn zum nachlesen immer auf den Forschungsplan verweisen.
Alle Informationen, wie auch den Forschungsplan, finden die Schüler auch online in dem virtuellen Klassenraum. Hier kann alles nachgelesen werden. Zusätzliche Arbeitsblätter können heruntergeladen werden. Eine Standardseite ist immer die Linkliste für wichtige Internet-Links.
Da ich kein Physikbuch für die Schüler habe, arbeite ich zusätzlich mit einem wiki. Hier stelle ich die inhaltichen Informationen ein. Der Forschungsplaner ist ja wie ein Logbuch durch die Unterrichtseinheit, er enthält aber keine Fachinformationen. Die gebe ich neben den altbekannten Kopien v.a. über das wiki. Hier stelle ich auch abfotografierte Tafelbilder ein sowie Informationen aus dem Internet. Dabei spielt natürlich das Copyright eine wichtige Rolle. Ich kann nur Kopieren, was eine offene Lizenz hat, und das ist oft ohne weiteres gar nicht erkennbar. Alle Informationen mit einem c kann ich nur verlinken.

Parallel zur Arbeit im Unterricht schreiben die Schüler ein Lerntagebuch. Dieses ist dann der Lernnachweis für die Bewertung. Das Raster für die Bewertung ist im Lernplaner enthalten. Das Lerntagebuch ermöglicht persönliche Schwerpunkte und Gestaltungsmöglichkeiten.
Ich glaube, ein Forschungsplaner bietet viele Möglichkeiten des individualisierten Lernens. Viele Schüler müssen sich erst noch daran gewöhnen, selber entscheiden zu müssen wie sie etwas lernen. Einigen Schülern fällt das auch sehr schwer, sich von der genauen Ansage des Lehrers zu lösen. Sie fragen immer wieder „wie sollen wir das machen?“, und ich antworte: „überlege doch mal selber, wie du es machen würdest“. Ich sehe meine Aufgabe als Lehrer ja in erster Linie darin, die Schüler zum Denken zu bringen.
Das Lerntagebuch kann genutzt und verändert werden (cc-Lizenz mit Namensnennung und gleicher Weiterverbreitung). Über Rückmeldungen würde ich mich freuen. Die Versuchsbeschreibungen muss jeder nach seine örtlichen Bedingungen einfügen. Die von mir genutzten Experimentierkästen sind von Mekruphy, deren Anleitungen aus c-Gründen nicht mit veröffentlicht werden können.